Stürmische Anfahrt, viel Wind schon auf der Autobahn. Unser Ford Nugget, 285 cm hoch, wird ganz schön durchgeschüttelt.
Enkhuizen liegt am Ende eines Dammes, der das Ijsselmeer, die frühere Zuidersee, von der Nordsee trennt bzw. vor den Stürmen der offenen See, die oft in der Geschichte zu verheerenden Überschwemungen geführt hatten, schützt. Auf der anderen Seite waren die Häfen in der Zuidersee direkt mit den Meeren verbunden und konnten von hier aus, erfahren und erobert werden. Die West-Indische und Ost-Indische Handelskompanien wurden hier gegründet! Von diesem offenen Zugang wurden die Häfen mit den Schutzdämmen abgeschnitten, was zu ihrem heutigen wirtschaftlichen Bedeutungsverlust - gemessen an früher, schlecht geht es ihnen nicht - führte.
Der Damm ist ca. 30 km lang und vielleicht 10 Meter breit. Der Wind erfaßt einen voll, wenn uns ein LKW begegnet entsteht für einen Moment ein Luftloch, dann packt uns der Wind wieder und schüttelt uns kräftig. Man muß das Steuer gut festhalten, sonst landet man in der Nordsee.
Doch in Enkhuizen scheint die Sonne, viele Menschen sind auf den Straßen, das Städtchen zeigt sich von wettermäßig seiner besten Seite.
Unsere Unterkunft ist eines dieser kleinen, netten Häuschen, direkt am alten Hafen gelegen. Frisch renoviert, mit viel Liebe eingerichtet, wir fühlen uns auf Anhieb sehr wohl.
Das Haus hat kein Internet, aber immerhin einen Fernseher, auch mit deutschen Programmen. In Frankreich, Honfleur, gab es auch einen Fernseher mit 60 Programmen, aber wie der Franzose so ist. Kein einziges deutschsprachiges.
Wir durchstreifen die Stadt mit dem Rad. Bald finden wir einen Einkaufsmarkt und kaufen ein für die nächsten Tage. Nachdem Vera am Vorabend wunderbar gekocht hatte, Uli B. war zu Besuch, es gab Fisch in Currysoße und Kokosmilch angebraten, dann im Ofen mit Kartoffelbrei überbacken, schön war's, müssen wir nicht wieder kochen. Am Ende unserer Straße gibt es einen Fischimbiß, gegenüber ein Restaurant, das wir sicher auch noch kennen lernen werden. Uns gefällt der Imbiß, nett eingerichtet, gute Stimmung, direkt am Wasser. Kibbeling mit Pommes und Salat, 2 Bier, ist ok. Die Welt ist in Ordnung.
| Unsere Ferienwohnung in der Osterhavenstraat, rechter Teil des Gebäudes |
| Vor unsere Haustür eine Gracht mit vielen Hausbooten |
| Wenn wir ein paar Schritte laufen, sehen wir die alte Stadtmauer von Enkhuizen und blicken aufs Ijsselmeer. |
| Vier Häfen hat Enkhuizen und wie so oft, sehenswert ist das Alte, in diesem Fall die alten Holzsegelschiffe. |
| Eine Fähre auf dem Weg nach Urk |
| "Unsere" Gracht von der Brücke aus gesehen |
| Ausblick vom Fenster aus |
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