Dortselbst trifft uns der Schlag. Unglaubliche Menschenmengen schieben sich durch den Bahnhof, durch die Straßen und Plätze. Viele sind mit rosa Kleidung oder Kränzen auf dem Kopf oder Mützen ausgestattet. Regenbogenfahnen. Wir erfahren, dass heute "Gay Pride Day" ist, irgendeine Schwulenparade.
Ein völlig nackter Mann springt durch die Straße mit gold-verkleidetem Pimmel. Also doch nicht ganz nackt. Die Leute lachen.
Wir folgen den Angaben des Baedekers und machen damit keinen Fehler. Das gibt unserem Besuch Struktur, man könnte sonst leicht den Überblick verlieren.
Die Stationen lauten: Centraal Station (Bahnhof), Damrak (Hauptstraße), Börse, Königliche Palast und Neue Kirche, Kaverstraat (Haupteinkaufstraße), Historische Museum, Spui (Platz), Singel (Kanal), Muntplein (Münzturm), Blumenmarkt, Rembrandtplein. Dann sind wir reif für einen Kaffee, den wir im vom Baedeker empfohlenen Café Jaren einnehmen. Sehr schön gelegen mit Blick auf die Amstel (Fluß). Uns gefällt Amsterdam, trotz der Masse Mensch.
Dann sehen wir vielen Boote und Schiffe und bunt gekleidete Menschen, die auf der Amstel und um die "Magere Brug" herum den "Gay Pride Day" zelebrieren. Laute Musik, schrille Typen, Touristen. Dass die Homosexuellen für ihre Gleichberechtigung kämpfen kann ich gut verstehen und unterstützen, aber warum müssen sie sich dann so schrill und halbnackt herausputzen? Ich finde das nicht lustig, sondern albern. Und warum ist jemand "pride", also stolz auf seine sexuelle Orientierung? Das ist doch wohl angeboren und nicht erworben oder erarbeitet. Also, worauf ist man da stolz?
Wir schlendern zurück zum Bahnhof, kommen durch das Rotlichtviertel und die Kifferszene. Am Bahnhof sind wir dann viel gelaufen und gönnen uns zum Abschluß eine Rundfahrt mit dem Boot durch die Grachten.
Sehr angenehm. Wunderschöne Häuser, romantische Blicke auf weitere Wasserstraßen, die die Innenstadt durchqueren. Viele Hausboote, manche davon schrottreif, andere sehr gemütlich rausgeputzt.
Dann haben wir genug sehen. Das nächste Mal werden wir uns das Reichsmuseum und das Van-Gogh-Museum vornehmen.
Ein schöner Tag mit vielen Eindrücken einer äußerst lebendigen, belebten Stadt neigt sich dem Ende. Stefan will noch ein Geschäft besuchen, um seinen Laptop mit einer Sim-Karte zu versehen, da die Wlan-Verbindung in Enkhuizen sehr schwierig ist. Vera ist nicht begeistert und müde. Wir laufen 100 Meter, da rutscht sie an einer Bordsteinkante aus und fällt hin. O je, bitte nicht schon wieder (Stendhal)! Sie ist geschockt, doch diesmal ist es "nur" der Knöchel, der tischtennisballgroß anschwillt.
Wir fahren mit dem Zug nach Hause, zum Glück kann Vera noch humpeln.
Abends essen wir dann in den drei Heringen "Die Drie Haringhe", einem Restaurant der gehobenen Güte.
Doch auch hier funktioniert das Internet, angeblich "Free Wifi", nicht. So kann ich den Blog und vor allem die Fotos nicht hochladen. Vielleicht klappt es morgen!
| Alle 30 Minuten nach Amsterdam, bequemer geht es nicht. |
| Der durchschnittliche Fahrgast kommt zu Fuß oder mit dem Rad. Außer den sauberen, überdachten Stellplätzen gibt es noch ca. 50 Fahrradboxen, wo man sein Rad einschließen kann. |
| Fahrradboxen. Aber auch an die Autofahrer wird gedacht. Es gibt einen großen, kostenfreien Parkplatz, wo auch wir unseren Bus die Woche über abgestellt haben. |
| Geschiebe in Amsterdam. So geht es durch die Innenstadt, das Gewühl wird nirgendwo schwächer. |
| Zentralplatz in A., der Dam |
| Die Radler haben zwar breite, eigene Spuren durch die Stadt, aber die Touristenmassen beachten das oft nicht und benutzen sie als Gehweg. Zuviel ist zuviel, das ist immer so und trifft auf Touristen wie auf Flüchtlinge zu. Das geht nicht gegen den Einzelnen, sondern gegen die Masse. Der Mensch ist gut, die Leut sind schlecht, sagte schon Karl Valentin. |
| Beim Stadtmuseum |
| Hübsche Häuser entlang der Hauptstraße |
| Der Blumenmarkt, Rückseite |
| Es gibt tatsächlich auch zu viele Fahrräder. Sie blockieren sich auf den Wegen, sie stehen herum als Mieträder, sie müssen schon auf Schiffen abgestellt werden, schrottreife Exemplare verschandeln die Geländer und Bäume. |
| Der Blumenmarkt von vorne |
| Tulpen aus Amsterdam |
| Gay-Pride-Parade, Fahne auf dem Dach |
| Das Café Jaren, eine kleine Oase |
| Das Café innen |
| Ebenfalls Café Jaren, moderne Architektur kann auch gut aussehen. |
| Blick von oben |
| Schwulenparade auf dem Wasser |
| Schwule, Touristen, schwule Touristen? |
| viel gelaufen, trotzdem glücklich |
| Kifferbude |
| Schiffsrundfahrt |
| Häuser vom Boot aus gesehen |
| Grachtenrundfahrt |
| Grachtenkreuzung |
| Schmerzhaft: umgeknickter Fuß |
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