Samstag, 22. Juli 2017

6. Tag Deauville

Wie heißen diese russischen Puppen, in denen weitere Puppen stecken? Wenn man sie aufschraubt, steckt eine kleinere Puppe darin, wenn man die aufschraubt, wieder eine kleinere usw.

So kommt es uns in Honfleur vor. Je länger man bleibt, je mehr man herumkommt, mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit dem Auto, desto mehr Neues entdeckt man, das man vorher nicht wahrgenommen hat.

Schon der Wohnort Honfleur. Ja, unser Herrenhaus (Manoir du Buquet), in dem wir logieren, befindet sich noch in Honfleur. Aber der Ort selbst ist unten am Wasser, wir sind oben auf der Hochebene. Das Viertel heißt "Quebec", zur Erinnerung: Kanada wurde von Honfleur aus entdeckt. Und wir befinden uns an der Grenze zu einem unscheinbaren Ort mit dem schönen Namen "Gonneville-sur-Honfleur".

Es gibt ein paar vereinzelte Häuser, ein Restaurant, eine Creperie, einen Betrieb, wo Cidre, Calvados und Pommeau (Apfelsaft mit Calvados) hergestellt und verkauft wird (wir werden alles drei nach Hause mitbringen und wer rechtzeitig kommt, darf gerne probieren) und einen Dorfladen. Jeden Morgen hole ich dort Baguette, Croissant und was man zum Frühstück so braucht. Es sitzen immer ein paar Leute drinnen oder vor der Tür und trinken Kaffee oder sitzen einfach nur da. Wenn ich es richtig verstehe, wird er nicht von Geschäftsleuten betrieben, sondern von Freiwilligen. Damit die Leute im Dorf nicht nach Honfleur oder Deauville fahren müssen, wenn sie sich ihre Brötchen bzw. Baguette holen. Ich werde sehr freundlich begrüßt und fühle mich schon in die Gemeinschaft aufgenommen, weil ich hier einkaufe.

Das ist so eine der kleineren Puppen, die man sieht, wenn man die größere aufgeschraubt hat. Eine andere entdecken wir am Abend, als wir mit dem Rad nach Honfleur hinunterfahren, eine Strecke mit bis zu 20% Gefälle! Es ist die Hafenanlage, die Kaimauer, die sich entlang der Seine zieht bis sich die Seine mit der Nordsee vereint. Rechts sieht man auf der anderen Uferseite Le Havre, links befindet sich ein wunderbarer, sehr gepflegter öffentlicher Park. Und am Ende schließlich beginnt der Strand.

Wir genießen die Szenerie sehr und kehren in den alten Hafen von Honfleur zurück, der wie immer gut belebt ist. Die Sonne kommt noch einmal heraus und wir trinken einen Pernot, bevor uns die Rückfahrt noch einmal fordert.

Davor am Nachmittag hatten wir Deauville angeschaut, was uns aber - bis auf den wunderbaren Strand - nicht so gefallen hat. Der Hauptplatz ist eine einzige Baustelle, neue Häuser werden am Hafenbecken gebaut, die alten Villen haben ziemlich Patina angesetzt. Mondän ist nichts mehr, nur ein paar ältere Menschen flanieren hier, sie sind altmodisch stilvoll angezogen, wirken aus der Zeit gefallen. Trouville hat Deauville eindeutig abgehängt.



Verfallende Pracht. In diesem Zustand haben wir viele Häuser in Deauville gesehen.


Deauville, Strand mit Kabinen

Sehr wechselhaftes Wetter, hier scheint mal die Sonne und strahlt mit Vera um die Wette

Gehört zum Strandleben, die Bibliotech (?)

Hätte man die Badehose mitgenommen, hätte man jetzt baden können.

Der Strand ist toll

Die Brücke bei unserer Abfahrt mit dem Rad aus gesehen

Die Brücke von Honfleur aus gesehen

Am Kai

Die Brücke über Veras Schulter gesehen



Rechts die Seine, links die Nordsee




Ein herrenloser Viermaster mit 40 Kanonen an Bord ...

Ende gut - alles gut. Abendsonne in Honfleur.











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