Dienstag, 18. Juli 2017

2. Tag Trouville

Die Stadt ist entfernungsmäßig mit dem Fahrrad erreichbar, aber die Straßen sind eng und es fahren viele Autos. So haben auch wir unseren Naggi-Bus genommen. In Trouville gibt es eine Strandpromenade mit vielen schönen, alten Häusern. Der Strand ist breit und geht flach ins Wasser. Trotz 16 Grad Wassertemperatur waren eine Menge Menschen im Wasser, allerdings nur bis zu den Knien.

Im Reiseführer wird an die glorreiche, alte Zeit erinnert, als Maler und Dichter sich hier tummelten. Davon ist nichts mehr zu spüren. Die Autos verstopfen die engen Straßen, am Fluß,der Trouville von Deauville trennt, sind die Parkplätze untergebracht und ansonsten flanieren Touristen, die in der Regel bieder und häßlich sind, die Jüngeren mit Baseballmützen, die verkehrt herum aufgesetzt sind, die Älteren mit Baseballmützen, Schirm nach vorne, und dicken Bäuchen oder hagere, knochige Pariserinnen. Die Schönen und Reichen müssen woanders sein.

Wir sind jedenfalls den vom Tourismusbüro empfohlenen Pfad mit den Sehenswürdigkeiten der Stadt entlang gelaufen, den Erinnerungen an Prominente von früher folgend, zB: Marguerita Duras, Eric Satie, dem wunderbaren Komponisten, Gustave Flaubert, dem Schriftsteller.

Duras hat sich direkt ein Appartment gekauft, als sie das erste Mal nach Trouville kam, berühmt war und Geld hatte und sie aß regelmäßig im Restaurant Le Central.

„In der mit Wandbänken, langer Theke und flotten Kellnern scheinbar aus Paris nach Trouville verpflanzten Brasserie hatte die Schriftstellerin in einer hinteren Ecke ihren Stammplatz. Auf der mit Meeresfrüchten, Fisch, steak frites, friture du pays endlos langen Karte wählte sie meist Crevetten oder Seezunge – und reichlich Wein. … Im Central hat sich bis heute nichts verändert. Nur der prominente Gast mit der klobigen Brille im Gesicht und dem jungen Mann am Arm, der immer am Tisch hinten in der Ecke saß, kommt nicht mehr“. Dumont Reisetaschenbuch: Normandie.

Man kann es auch anders sehen: sie war depressiv, trank 6-8 Liter Rotwein am Tag und der junge Verehrer war schwul. Ihre Biographie jedenfalls ist absolut lesenswert. Was für ein Leben!
http://www.deutschlandfunk.de/marguerite-duras-biographie.700.de.html?dram:article_id=79934


Ich lese jetzt ihren Roman, "Der Liebhaber". Kurzrezension folgt.

Wir haben jedenfalls hervorragend gegessen und getrunken, gegenüber vom Le Central im La Maritim. Danach Heimfahrt und dringend nötiger Mittagsschlaf. Danach Radtour rund um unsere Ferienwohnung unter Vermeidung der steilen Abfahrt nach Honfleur. Es gibt zahlreiche Ferienwohnungen und herrschaftliche Prachtvillen, es wird sehr viel gebaut. Das Essen für die nächsten Tage kaufen wir im Ort, wir finden nur Aldi und Lidl. Bis auf die Wurst, Salami vom schwarzen Schwein, 300 Gramm für 12 Euro im Feinkostladen. Wo ist die gesunde Mitte?

Links Trouville, rechts Dauville. Keine schöne Promenade.

Les Planques - der hölzerne Laufsteg

Der Strand

Schöne Häuser an der Strandpromenade I

Schöne Häuser an der Strandpromenade II

Die Treppe bei der Wohnung von Margarite Duras, wo sie sich besoffen hochschleppte

Schöne Häuser an der Strandpromenade III

Schöne Häuser an der Strandpromenade IV

Le Central - das Restaurant der Madame Duras

La maritime - das Restaurant von Madame Vera

Bon appetit - mai oui!

Unsere Ferienwohnung mit Veras neuem Fahrrad

Der Garten der Ferienwohnung mit Veras Möwe, Firma Utopia Velo

Umgebung

Umgebende Feriensiedlung

Alte Fachwerkehäuser in der Nähe



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